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Rescue Dogs Schleswig-Flensburg e.V. – endlich wieder gemeinsames Training

Rescue Dogs Schleswig-Flensburg - Foto: Benjamin Nolte

Die anhaltende Corona-Pandemie hat in den vergangenen eineinhalb Jahren in vielen Bereichen für Einschränkungen gesorgt, so auch im Ehrenamt. Für die Mitglieder der Rescue Dogs Schleswig-Flensburg waren 2020 und auch 2021 alles andere als normal und auch nicht zufriedenstellend. Über weite Strecken konnte kein gemeinsames Training der Rettungshundestaffel stattfinden, dabei ist Training besonders auch in diesem Bereich unerlässlich und gemeinsame Einheiten auch für Kameradschaft und Zusammenhalt wichtig.

Trotz der Einschränkungen in Punkto Training und Ausbildung war die Hundestaffel aber auch während der Pandemie einsatzbereit. Seit einigen Wochen sind sie nun auch abseits der Einsätze wieder aktiv, auch in größeren Gruppen, das gemeinsame Training wurde wieder aufgenommen. Für die 17 aktiven Mitglieder der Hundestaffel rund um die Vorsitzende des Vereins Simone Nommensen ein Grund zur Freude.

„Wir haben bei uns in der Staffel, ähnlich wie in den meisten anderen, zwei Arten von Rettungshunden“, berichtet Simone Nommensen, „zum einen sind dies die Flächensuchhunde und zum anderen die Mantrailer.“ Aktiv in der Staffel engagieren sich derzeit zehn Hundeführer in der Flächensuche und sieben im Mantrailing. Die Arbeitsweise der Hunde in den beiden Bereichen ist sehr unterschiedlich, somit auch die Ausbildung der Teams und der Weg zur Prüfung, die erforderlich ist um offiziell im Einsatz aktiv zu werden.

„Die Mantrailer suchen nach dem spezifischen Geruch der vermissten oder abgängigen Person“, so Nommensen, „Gerüche können zum Beispiel von Kleidungsstücken, Sitzflächen im Auto oder auch benutzten Taschentüchern genommen werden. Diesen Geruch nimmt dann der Hund auf und arbeitet gemeinsam mit seinem Hundeführer die Spur aus.“ Trailer werden überwiegend in Wohngebieten oder bebauten Bereichen eingesetzt. Einer dieser Hunde ist der eineinhalbjährige Viszla „Hugo“, der gemeinsam mit seinem Herrchen Olli mitten in der Ausbildung zum Mantrailer steckt. Hugo weiß schon genau was zu tun ist, als Olli ihm eine eine Geruchsprobe in einer kleinen Tüte entgegenstreckt. Sekunden später zieht Hugo davon, hinten an der Leine Herrchen Olli. Zunächst entlang an einer Hauswand läuft der Vierbeiner zielstrebig an Bäumen und Sträuchern vorbei, biegt mehrmals ab und findet kurz darauf die vermisste Person, die sich für Trainingszwecke kurz zuvor versteckt hatte und fast auf den Meter genau den Weg genommen hat, den Hugo gelaufen ist.

„Die Flächensuchhunde hingegen haben gelernt innerhalb einer gegebenen Fläche hilflose Personen dem Hundeführer anzuzeigen,“ so Nommensen, „sie suchen nicht nach einem spezifischen Geruch, sondern nach einem körperlichen Zustand einer Person (z.B. hockt, liegt, sitzt gekrümmt am Boden usw.), der ihnen antrainiert wurde.“ Flächensuchhunde suchen in einem bestimmten Gebiet eigenständig und befinden sich dabei nicht an der Leine des Hundeführers. Edel und ihre Golden Retriver Hündin Holly sind ein solches Team. Bevor Edel ihre Hündin suchen lässt prüft sie mit einer Dose Puder die Windrichtung, mit hoher Nase nehmen die Flächensuchhunde gegen den Wind Gerüche aus großen Entfernungen wahr. Wie vom Blitz getroffen rennt Holly los und kehrt bereits nach nicht einmal einer Minute zurück. „Holly hat gelernt ihr Frauchen anzuspringen, wenn sie eine Person gefunden hat, die ihrem antrainierten Verhaltungsmuster entspricht“, erklärt Nommensen, „dadurch signalisiert die Hündin, dass sie erfolgreich war.“ Holly rennt danach umgehend wieder los, erneut zu der Person, die sie gefunden hat. Zügig bewegt sich nun auch Hundeführerin Edel in die Richtung, aus der ihre Hündin gekommen war. Das Verhalten mit dem Anspringen wiederholt sich so lange bis die Edel die Stelle erreicht hat, an der ihre Hündin die Person gefunden hat. Als Belohnung bekommen die Hunde in beiden Fällen Leckerlies oder ihr Futter, Motivation genug um mit großer Freude nach vermissten Menschen zu suchen.

Die Rescue Dogs Schleswig-Flensburg verfügen aktuell über fünf geprüfte Flächensuchhunde und einen geprüften Mantrailer. Alarmiert werden können sie an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr von den Leitstellen der Polizei und Feuerwehr, sowie bei größeren Einsätzen auch von benachbarten Staffeln, die dann um Unterstützung bitten. „Man muss bedenken, dass die Hunde sowohl in der Fläche, als auch beim Trailen nicht unbegrenzt lange einsetzbar sind“, so Nommensen, „für die Vierbeiner ist diese Art der Suche eine sehr hohe Belastung und somit setzen wir im Ernstfall auch mehrere Teams nacheinander ein.“ In den meisten Fällen werden Rettungshundestaffeln wie die Rescue Dogs eingesetzt um vermisste Personen, zum Beispiel abgängige Bewohner eines Pflegeheims zu suchen. Denkbare Szenarien sind aber auch Personen, die in Suizidabsicht verschwunden sind oder die Suche nach Unfallbeteiligten, die sich nach einem Verkehrsunfall im Schockzustand von der Unfallstelle entfernt haben. Für die Mitglieder der Rescue Dogs ist die Arbeit mit den Hunden nicht nur eine tolle Freizeitbeschäftigung und ein gelungener Ausgleich für die Hunde, sondern es macht ihnen auch große Freude im Ernstfall dabei helfen zu können Leben zu retten.

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