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Falsche Polizisten – Polizei rät: „Seien Sie misstrauisch“

Die Marke eines Kripobeamten sieht in Schleswig-Holstein so aus und sie ist nur gültig in Verbindung mit einem Dienstausweis (Foto: Benjamin Nolte)

Flensburg: Zwei unbekannte Männer klingelten Mitte Februar an der Wohnung einer 90-jährigen Flensburgerin. Sie gaben sich als Polizeibeamte aus und sollen sogar eine Art Uniform getragen haben. Nachdem Sie der älteren Dame glaubhaft versichert hätten, dass es im Haus und der Umgebung zu etlichen Einbrüchen und Diebstählen gekommen sei, ließ sie die Männer in die Wohnung und eine Bestandsaufnahme ihrer Wertsachen durchführen. Die Frau gab den Männern sogar ihr Silberbesteck mit, damit diese angeblich den Wert ermitteln lassen können.

„Aktuell erreichen uns mehrere Fälle täglich“, berichtet die Pressesprecherin der Polizeidirektion Flensburg, Sandra Otte, „Fälle, bei denen sich Betrüger am Telefon oder auch an der Haustür als Polizisten, LKA-Mitarbeiter oder Staatsanwälte ausgeben und dabei Geld und Wertgegenstände erbeuten.“

So sieht er aus, der offizielle Dienstausweis der Polizisten in Schleswig-Holstein (Foto: Benjamin Nolte)

Vornehmlich ältere Menschen sind es, die in den meisten Fällen telefonisch kontaktiert werden. Der Anrufer gibt sich als Polizeibeamter aus und berichtet beispielsweise von Betrügereien mit Falschgeld bei der Hausbank der späteren Opfer. Um zu verhindern, dass das eigene Geld betroffen sein kann, wird nicht selten dazu aufgefordert größere Mengen Bargeld abzuheben. Ein Polizeibeamter würde das Geld abholen und bis zum Ende der Ermittlungsarbeiten oder bis zur Festnahme aller Verdächtigen an einem sicheren Ort unterbringen. Die Anrufer sorgen dafür, dass die Opfer das Vertrauen in die Bank verlieren und in vielen Fällen das umsetzen, was die Betrüger von ihnen verlangen.

Mit diesen und ähnlichen Geschichten versuchen die Betrüger an Bargeld oder Wertgegenstände zu kommen. Neben der Kontaktaufnahme über Telefon gibt es auch Fälle, bei denen die Betrüger an den Wohnungs- und Haustüren klingeln und sich als Polizeibeamte ausgeben und sogar ausweisen.

„Den Anrufern gelingt es in einigen Fällen schon am Telefon ein Vertrauensverhältnis zu den älteren Menschen aufzubauen“, so Otte, „der Anrufer ist verständnisvoll, spricht akzentfreies deutsch, benutzt Beamten- und Fachausdrücke und vermittelt das Gefühl dem Angerufenen Helfen zu wollen.“

Jeder Dienstausweis hat ein Siegel der jeweiligen Polizeidirektion (Foto: Benjamin Nolte)

Das perfide an dieser Masche, technisch sind die Anrufer sogar in der Lage, dass auf den Displays der Opfer ihnen bekannte Rufnummern, beispielsweise die der Polizeidienststelle aus dem Ort oder Nummern angezeigt werden, die die Ziffern 110 enthalten.

Die Polizei rät im Zusammenhang mit dieser Betrugsmasche:

  • seien Sie misstrauisch
  • wenn Fremde sich am Telefon als Polizisten ausgaben, dann legen Sie auf, rufen Sie die 110 an und fragen Sie ob dies seine Richtigkeit hat
  • scheuen Sie sich nicht den Notruf 110 zu wählen, die Kollegen helfen Ihnen gerne weiter
  • die Polizei fragt am Telefon niemals nach Geld oder Wertgegenständen, schon gar nicht danach, wo Sie diese versteckt haben
  • auch an der Haustür fragen Polizeibeamte nie nach Bargeld oder Wertgegenständen, lassen sich auch keine Verstecke zeigen
  • seien Sie bei den angezeigten Telefonnummern im Display skeptisch, rufen Sie diese nicht zurück, legen Sie auf und fragen Sie unter der 110 nach der Echtheit des Anrufes 
  • informieren Sie Ihre Angehörigen, Freunde und Bekannte über diese Betrugsmaschen  
  • wenn sich an der Tür jemand als Polizist ausgibt, lassen Sie sich den Dienstausweis zeigen – bleiben Sie auch da misstrauisch und vergewissern Sie sich unter der 110, ob es diesen Einsatz gibt und ob es sich um echte Polizeibeamte handelt

Sandra Otte weiß, dass Aufklärung das A und O ist um diese Betrügereien so gut es geht zu verhindern. „Schon jetzt sind die Menschen in den meisten Fällen misstrauisch, aber immer wieder sind die Täter erfolgreich und erbeuten hohe Geldbeträge oder Wertgegenstände.“ Dabei ist es für die Polizei sehr schwer an die Hintermänner dieser organisierten Kriminalität zu kommen. „Die Anrufer sitzen in der Regel im Ausland, aus einer Art Callcenter rufen Sie systematisch Menschen an, von denen sie glauben, dass sie im gesetzteren Alter sind und die Masche bei ihnen funktionieren könnte“, so Sandra Otte, „die Anrufer selbst sind in der Regel nie diejenigen, die nachher Geld oder Wertgegenstände bei den Geschädigten abholen.

Die Marke eines Kripobeamten sieht in Schleswig-Holstein so aus und sie ist nur gültig in Verbindung mit einem Dienstausweis (Foto: Benjamin Nolte)

Die Polizeidirektionen im Land Schleswig-Holstein informieren und beraten zu diesen Fällen gern. Mitarbeiter aus dem Fachgebiet Prävention kommen auch gerne in Senioreneinrichtungen oder Gemeinden um über diese Betrugsmaschen aufzuklären. Telefonisch Kontakt zu den Präventionsbeamten der Polizeidirektion Flensburg können Sie unter folgender Nummer aufnehmen: 0461-4842140

Auch die Organisation „Sicherheitsberater für Senioren“ des Landespolizeiamtes steht Ihnen zur Verfügung: Tel: 0431-16065555 oder www.sfs.schleswig-holstein.de

Und zuletzt nochmal der Appell an Sie: Seien Sie misstrauisch, haben Sie Zweifel an der Echtheit von Polizeibeamten, sei es am Telefon oder an der Haustür, vergewissern Sie sich unter der 110 über Echtheit und Richtigkeit des Einsatzes und der Beamten!

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